Eine eigene Wohnung muss nicht am Einzugstag wie ein fertiger Möbelkatalog aussehen.
Bett, Tisch, Licht, ein paar Küchensachen – vieles andere kann nach und nach kommen.
Das macht die Wohnung nicht billiger. Es verteilt nur die Entscheidung, was wirklich gebraucht wird, über mehr als ein Wochenende.
Der teuerste Teil am Alleinewohnen ist für mich manchmal, dass niemand etwas mitbezahlt, was man sowieso braucht.
Kühlschrank kaputt? meiner.
Waschmaschine? meiner.
Neuer Staubsauger? Herzlichen Glückwunsch an mich.
In der WG hat man sich über gemeinsame Anschaffungen gestritten. Heute vermisse ich gelegentlich jemanden, mit dem ich mich über die Hälfte streiten könnte.
Eine Wohnung mit 650 Euro Kaltmiete kann am Ende teurer sein als eine mit 700, wenn Betriebskosten und andere laufende Wohnkosten deutlich unterschiedlich sind. Für das Monatsbudget interessiert deshalb weniger die schönste Zahl im Exposé als das, was tatsächlich regelmäßig vom Konto geht.
Die Mietkaution ist nicht dasselbe wie monatliche Miete, braucht beim Einzug aber trotzdem echtes Geld. Bei Wohnraum darf eine vereinbarte Geldkaution höchstens drei Nettokaltmieten betragen und kann in drei monatlichen Raten gezahlt werden. Selbst dann ist es Geld, das erst einmal nicht für Umzug, Möbel oder Rücklagen verfügbar ist.
Nur weil ich heute eine bestimmte Miete gerade noch bezahlen könnte, würde ich mein Budget nicht automatisch bis genau an diese Grenze ausreizen. Strom, Nebenkosten, Einkommen und andere Ausgaben bleiben schließlich nicht jahrelang eingefroren. Ein bisschen Abstand zur persönlichen Obergrenze ist auch eine Form von Wohnkomfort.
Ich habe eine Zeit lang in WGs gewohnt, obwohl ich mir mit etwas Disziplin auch eine kleine Wohnung allein hätte leisten können.
Irgendwann habe ich es ausprobiert.
Finanziell war der Unterschied deutlich. Aber am ersten Wochenende saß ich morgens mit Kaffee in der Küche und niemand kam rein, niemand hatte Besuch, niemand fragte, ob ich später noch einkaufen gehe.
Da wusste ich ziemlich schnell: Das hier kostet mich mehr, aber im Moment ist es mir das wert.
Ob ich bei der nächsten Mieterhöhung noch genauso romantisch darüber denke, sehen wir dann.
1.800 Euro netto jeden Monat sind eine andere Ausgangslage als durchschnittlich 1.800 Euro mit Monaten deutlich darüber und darunter.
Die Miete interessiert sich nicht dafür, ob das Einkommen gerade schwankt.
Wer allein wohnt, kauft mit etwas Abstand zur eigenen finanziellen Obergrenze vielleicht vor allem Ruhe in den schlechteren Monaten.
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